Nach den in 2000 von der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post teuer versteigerten UMTS-Lizenzen wurden vor einigen Tagen die Lizenzen für die Nachfolgetechnologie LTE für ähnlich hohe Summen vergeben. Allerdings haben nur noch drei Firmen mitgeboten: T-Mobile, Vodafone und O2. Eplus hat sich zurückgezogen und auf weitere UMTS Lizenzen gesetzt. Offensichtlich sind die Firmen damit auf den Boden der Realitäten zurückgekehrt. Trotzdem sind hohe Erwartungen an die neue, leistungsfähigere Technologie im Mobilfunk geknüpft.
Vervielfachung des Datenverkehrs
Erst die clevere Kombination aus Hardware und Software hat dem mobilen Internet den entscheidenden Schub verschafft. Die wichtigsten Anstösse kamen in 2002 mit dem Blackberry und ab 2007 mit Apples iPhone, das den ganzen Mobiltelefonmarkt durcheinandergewirbelt und auf Touch- bzw. Smartphones ausgerichtet hat. Erst mit den bedienerfreundlichen und augenschonenden Grossdisplays dieser Gerätegeneration hat mobiles Internet seinen eigentlichen Durchbruch erlebt. Entsprechend hat sich die Zahl der Mobilfunknutzer, die auch ins Internet gehen, vervielfacht. Nach Angaben der Bundesnetzagentur sind rund 26 Millionen UMTS-Geräte registriert, Ende 2009 nutzten 19 Millionen Teilnehmer regelmäßig UMTS, eine Verdopplung innerhalb von zwei Jahren. Damit hat sich allein in Deutschland das Datenvolumen in Mobilfunknetzen im Zeitraum 2007 bis 2009 von 3,5 Millionen Gigabyte auf 33,5 Millionen Gigabyte nahezu verzehnfacht. O2 hat als erstes Unternehmen Pilotprojekte für die LTE-Technologie angekündigt und zwar in München (genauer in der Gemeinde Ebersberg östlich davon) und in Halle /Saale. Es wird darauf verwiesen, dass LTE lange Zeit parallel zu UMTS laufen wird, da der Datenverkehr so stark steigen wird, dass alle verfügbaren Technologien vorgehalten und eingesetzt werden sollen. Allerdings wird die LTE-Technologie auf absehbare Zeit keine dem Endkunden zur Verfügung stehende Alternative sein, dazu bedarf es noch umfangreicher Versuche und Ausbauarbeiten.
Fazit zu o2
Leider hinkt Deutschland auch auf diesem Gebiet der internationalen Entwicklung hinterher. In Oslo und Stockholm z.B. existierten schon funktionierende LTE-Netze. Hoffnung besteht für die bisher unterversorgten ländlichen Gebiete in Deutschland, die noch keinen DSL- bzw. Kabelanschluß haben. Sie könnten mit dem LTE-Netz gleich zwei Entwicklungssprünge auf einmal machen ohne daß neue Überlandleitungen oder Festnetzanschlüsse nötig wären. Die Mobilfunk-Provider erhoffen sich neue Einnahmequellen von der erweiterten Bandbreite. Unter anderem werden damit Video- sowie TV-Streaming auf dem Smartphone zum ruckelfreien Genuss.
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