Nur knapp einen Monat ist es her, dass die Telekom bei der Frequenzauktion mit der erworbenen Lizenz für die nötigen Voraussetzungen gesorgt hat, schon beginnt sie auch mit dem Ausbau des Mobilfunknetzes der vierten Generation (4G). Als erstes und vorrangig sollen die so genannten weißen Flecken geschlossen werden, also Gegenden, in denen bisher die Verfügbarkeit von Breitbrand nicht gewährleistet werden kann. Telekom-Chef René Obermann kündigte an, dass der Breitband-Ausbau im Osten, in Kyritz und Ziesar in Brandenburg beginnen wird.

Bis Ende des Jahres sollen 1.000 Orte ohne Zugriff auf das schnelle Internet mit Breitband versorgt werden. Die Bundesnetzagentur wird dies gerne hören, sie hat den Netzbetreibern strenge Auflagen gemacht. Bis 2016 müssen 90 Prozent der Orte, die bisher noch unterversorgt sind ans Breitbandnetz angeschlossen werden. Andernfalls würde der Verlust der Frequenzen drohen. 500 der angekündigten 1000 Orten sollen per DSL oder UMTS eingebunden werden, bei den anderen 500 soll dies per LTE (Long-Term-Evolution) geschehen.

Als die 4. Generation (4G) und Nachfolger von UMTS soll mit Long-Term-Evolution eine Übertragung von 100 MBit/s und mehr möglich sein. Desweiteren soll es, dank einer Aufteilung des zur Verfügung stehenden Frequenzbandes in mehrere Unterbänder, eine geringere Anfälligkeit gegenüber Störungen aufweisen.

Auch Vodafone startet mit LTE

Aber auch Vodafone, die sich ebenfalls die für LTE nötige Lizenz ersteigern konnten, wollen die Verfügbarkeit von Breitband gerade in ländlichen Gegenden verbessern und haben mit dem Ausbau ihres LTE-Netzes begonnen. Schon im April 2009 hat Vodafone zusammen mit dem Land NRW, dem Westdeutschen Rundfunk sowie der Landesanstalt für Medien NRW das Projekt “LTE Projekt NRW” gestartet. Bereits in diesem Projekt geht es darum zu zeigen, wie mittels Long-Term-Evolution die Verfügbarkeit von Breitband in bisher unterversorgten Gebieten in NRW hergestellt werden kann. Außerdem sollen auch die Kompatibilität zu benachbarten Frequenzbereichen wie DVB-T oder Einspeisesignale für TV-Kabelnetzen untersucht werden. Dabei sollen auch die maximal möglichen Datenraten ermittelt werden, die möglich sind, ohne andere Angebote zu stören. Auch die Übertragung von Radio und Fernsehen über LTE ist Thema des Projektes. Fast genau ein Jahr später wird sogar eine Erweiterung des Projektes beschlossen und eine zweite LTE-Basisstation soll in Standort Lüdenscheid-Heedfeld entstehen.

O2 – Mit Partnern an das Projekt LTE

O2 als dritter LTE-Lizenz-Besitzer ist ebenfalls schon aktiv geworden. Im Gegensatz zu Vodafone hat O2 sich allerdings Partner aus der Wirtschaft geholt . Zusammen mit Alcatel-Lucent, Ericsson, Huawei, NEC, Nokia Siemens Network und ZTE, die die erforderlichen Anlagen für die Testverfahren zur Verfügung gestellt haben wurde ein für sechs Monate angelegtes Projekt gestartet, welches Feldversuche sowie die Installation von E-Node-B-Stationen beinhaltete.

Trotz all diesen Bemühungen steht LTE noch am Anfang, wobei der Ausbau des Netzes recht schnell voranschreitet und schon Ende 2010 bis Anfang 2011 verfügbar sein sollte. Bisher gibt es aber erst mehrere Test-Netze, welche nicht für die Öffentlichkeit zugänglich sind.